„Missstände sind nicht gottgegeben“

Landesversammlung 2012 Reichlich Gesprächsstoff gab es bei der Landesversammlung nach dem Referat von Hermann Kues (Mitte), links Landesgeschäftsführer Werner Sondermann, rechts Vorsitzender Karl Schiewerling.Foto: Sascha DederichsRecklinghausen. Zu mehr Engagement in Gesellschaft und Kirche hat der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues, die katholischen Verbände aufgerufen. Kues äußerte sich bei der Landesversammlung des nordrhein-westfälischen Kolpingwerks, die jetzt in Recklinghausen tagte.

Die zentrale Aufgabe für die Verbände sieht Kues darin, die Frage nach der Gerechtigkeit zu bearbeiten. „Menschen müssen das Gefühl haben, dass es in der Gesellschaft gerecht zugeht und dass jeder seine Chance bekommt.“ Missstände dürften nicht als gottgegeben hingenommen, sondern müssten angepackt werden, sagte Kues, und erinnerte an die beiden Zentrumspolitiker Ludwig Windhorst und Emmanuel Ketteler. „Zwei Männer, die sich bewusst als Katholiken in die Gesellschaft eingemischt haben, um sie menschenfreundlicher zu gestalten.“ Dies sei eine bleibende Aufgabe der Verbände. „Stellen Sie sich der Frage, wie die Gesellschaft in Zukunft leben soll“, so Kues, „das ist auch Ihre Aufgabe als Kirche.“

 

Keinen Zweifel hat Kues nach eigenen Worten an der gestalterischen Kraft der Verbände. Dem stimmte Karl Schiewerling, Landesvorsitzender des Kolpingwerks NRW und Bundestagsabgeordneter zu: „Gerade die katholischen Sozialverbände sind aktueller denn je und wir werden in Berlin stärker wahrgenommen, als wir es selbst vermuten!“ Wenn Verbände mehr böten als gemütliches Beisammensein, „dann werden sie Zukunft haben!“

C. Auffenberg/ Sascha Dederichs