Kolping NRW fŘr Erhalt des Ehegattensplittings:

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Kolpingwerkes wendet sich gegen die Einführung eines Familiensplittings zu Lasten des Ehegattensplittings. „Im Artikel 6 GG steht Ehe deshalb unter dem besonderen Schutz der Verfassung, weil dort Kinder geboren und erzogen werden. Dafür tragen Eltern die Verantwortung. Der Staat hat sich da nicht einzumischen, wohl aber die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass Eltern diese Verantwortung wahrnehmen können“, sagte Karl Schiewerling MdB, der Landesvorsitzende des Kolpingwerkes in NRW heute (14. August 2012) aus Anlass der aktuellen Diskussionen in der Öffentlichkeit.

Das Ehegattensplitting stelle zudem einen Ausgleich für das Zusammenleben zweier Menschen dar, die in aller Öffentlichkeit gegenseitige Solidarität insbesondere in schwierigen Lebenssituationen versprochen hätten. „Davon profitieren wir alle – auch finanziell. In einer Gesellschaft, die geprägt ist durch den steten Wandel und viele Umbrüche, müssen verlässliche Partnerschaften unbedingt auch weiter unterstützt werden. Mit dem Ehegattensplitting fördert der Staat die Verantwortung der Ehepartner und der Eltern gleichermaßen. Das Familiensplitting wird dieser besonderen Verantwortung nicht ausreichend gerecht.“

Mit dem Familiensplitting würden mehr Erwartungen geweckt, als erfüllt werden können, da es insbesondere für Familien mit geringen und mittleren Einkommen im Ergebnis keine Verbesserung darstellt. Hinzu kommt, dass die Wirkung des Familiensplittings von politisch gesetzten steuerlichen Faktoren abhänge, die jederzeit geändert werden können. „Ich sehe die große Gefahr, dass damit der jeweilige Zeitgeist bestimmte Familientypen stärker begünstigt als andere. Wir wollen aber keine Bevormundung und Trendsetzung durch den Staat, sondern echte Wahlfreiheit, die es den Familien überlässt, wie sie ihr Leben gestalten wollen“, sagte Karl Schiewerling MdB abschließend.

14. August 2012