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Der Landesvorsitzende des Kolpingwerks Landesverband NRW, Karl Schiewerling MdB mit den Delegierten

Kerpen. „Werte sind wichtiger denn je“, betonte der Landesvorsitzende des Kolpingwerkes in Nordrhein-Westfalen, Karl Schiewerling MdB, während der diesjährigen Landesversammlung, die am 13. Juli zu Ehren des 200. Geburtsjahres des seligen Adolph Kolping in der Kolpingstadt Kerpen tagte. „Im globalisierten Zeitalter mit seiner rasanten Beschleunigung fallen für viele Menschen wichtige Orientierungspunkte weg“, so Schiewerling vor den Delegierten. Das dürfe man nicht einfach akzeptieren. Das Kolpingwerk müsse sich für „Haltepunkte“ stark machen, für die Familien, für die Teilhabe des Einzelnen an Gesellschaft und Arbeitswelt sowie für werteorientierte Bildung, so der Landesvorsitzende.

Zu diesen Themen passte der Inhalt eines Positions- und Forderungspapiers des Kolpingwerkes in NRW, das als Antrag zur Landesversammlung einstimmig von den Delegierten verabschiedet wurde. Das von den fünf Kolping-Diözesanverbänden Münster, Paderborn, Köln, Essen und Aachen erarbeitete Grundsatzpapier beschäftigt sich mit bildungs- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen und dient als Grundlage für die im zweiten Halbjahr angestrebten Gespräche mit der Landesregierung.

In der Rubrik „Wahlen“ wurde Klaudia Rudersdorf, Diözesanvorsitzende des Kolpingwerkes in Essen, einstimmig wieder in den Landesvorstand gewählt.

Interessante Impulse erhielten die Teilnehmer in Kerpen zuvor im Studienteil der Landesversammlung. Dr. Thomas Köster, Leiter des Kompetenzzentrums Soziale Marktwirtschaft der Handwerkskammer Düsseldorf, referierte zum Thema „200 Jahre Kolping – aus der Geschichte lernen: Bildung mit Kopf, Herz und Hand“. Dr. Köster hob den Wert und die hohe Aktualität der Katholischen Soziallehre heraus, verwies auf die Stärke der dualen Berufsausbildung in Deutschland und die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Mit dem Fazit „Kolpings Ideen haben nichts an Aktualität verloren, das Kolpingwerk kann selbstbewusst auftreten“, endete der Vortrag.

Einen zweiten inhaltlichen Impuls lieferte Theo Heeck, hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter der Heimvolkshochschule Gottfried Könzgen, zum Thema Ehegatten- und Familiensplitting. Diese steuerlich durchaus komplexe Materie war ein vieldiskutierter Themenaspekt des Grundlagenpapiers. Ihm gelang es als Experte, begriffliche und inhaltliche Unklarheiten zu beseitigen und die Zusammenhänge plausibel zu erläutern.

Text: Sascha Dederichs

Bild: Lothar Dröse